Rentabilität - geringeres Ertragsrisiko
 

Es gibt viele Gründe, die für eine Umstellung auf ökologischen Landbau sprechen. Viele Betriebe
möchten weitestgehend auf den Einsatz von Chemie auf dem Acker verzichten, andere möchten
unabhängiger in der Bestandesführung bzw. unabhängiger von der chemischen Industrie sein.

Ökologisch wirtschaftende Betriebe fahren max. viermal je Jahr in die Getreidebestände, zweimal zum
Düngen und max. zweimal für die Beikrautbekämpfung. Fertig bis zur Ernte! Keine Spritzung gegen Pilze
oder Läuse. Kein Kurzspritzen. Keine Spätdüngung und keine Ährenbehandlung. Die Erträge in ökologisch wirtschaftenden Betrieben sind geringer und liegen je nach Bodenqualität um 30 -50 % niedriger
gegenüber konventionellen Vergleichssystemen. Dafür ist der Preis der Produkte entsprechend höher.
Schreitet der Klimawandel fort, wird sich eine Umstellung positiv auf die Ertragssicherheit auswirken.
Haben konventionell wirtschaftende Betriebe bei Starkregenereignissen oder Dürre mit hohen
Ertragsausfällen zu kämpfen, wirken sich diese auf ökologisch wirtschaftende Betriebe sehr viel
geringer aus.

Ökologische Bestände sind aufgrund der geringeren Stickstoffzufuhr standfester und verbrauchen
aufgrund der geringeren Ertragsleistung weniger Wasser. Ertragseinbußen Ackerbaubetriebe im
Jahr 2003: konventionelle Betriebe bis zu 30 %, Ökobetriebe max. 10 %, Ertragseinbußen in 2006:
Konventionelle Betriebe bis zu 30%, Ökobetriebe 0%! Ökolandbau ist demnach nicht mehr nur eine
ideelle Frage sondern eine mögliche betriebswirtschaftlich motivierte Antwort auf sich ändernde
klimatische Bedingungen!

 
Rotkleegrasbestand im 2. Jahr, erster Aufwuchs. Aussaat erfolgte im Vorjahr im April als Untersaat in Winterweizen. Tritikalebestand ökologisch geführt.
12 m³ Rindergülle im Herbst und 12 m³ im Frühjahr, einmal gegen Unkraut gestriegelt. Vorfrucht Kartoffeln.
Winterweizenbestand ökologisch geführt. 12 m³ Rindergülle im Herbst und 12 m³ im Frühjahr, dreimal gestriegelt. Vorfrucht Kleegras (zweijährig)
 
Förderung - ertragsunabhängiges Einkommen
 

Bislang wurde die Umstellung auf ökologische Bewirtschaft in Hessen über das sogenannte Hekul
Programm (Hessisches Kulturlandschaftsprogramm) gefördert. Im Jahr 2005 wurde die Förderung
ausgesetzt. Betriebe, die bereits umgestellt haben, bekommen z. Zt. ca. 160 € je Hektar und Jahr
(Stand 2006) jeweils für die Bewirtschaftung von Ackerland und Grünland zusätzlich zur herkömmlichen Förderung ausgezahlt. Die EU Verordnungen 1804/99 und 2092/91 bilden die Grundlagen für die Bewirtschaftung nach ökologischen Kriterien, indem sie die Richtlinien für den Pflanzenbau sowie für
die Tierhaltung vorgeben.

 
Umstellungsplanung - unabhängig
 

Wir überprüfen Ihren Betrieb objektiv hinsichtlich der Umsetzung einer Umstellung auf ökologischen Landbau gemäß den EU Richtlinien und nennen Ihnen die Vor- und Nachteile einer Umstellung. So klären wir im
Vorfeld, ob größere Stallumbaumaßnahmen oder andere größere Investitionen notwendig werden und wie
sich diese auf die Rentabilität der Umstellung auswirken.

 
Vermarktung - Absatzsicherheit
 

Die Vermarktungswege ökologisch erzeugter Produkte sind nicht leicht zu überschauen. Zum einen
vermarkten viele Ökobetriebe ihre Ware direkt ab Hof, andere vermarkten über Erzeugergemeinschaften
oder liefern an den Biohandel. Ökoerzeugnisse sind gesucht. Wir geben Ihnen einen Überblick über Ihre potenziellen Vermarktungswege für Milch, Getreide und Fleisch sowie die erzielbaren Preise und geforderten Qualitäten.

Lesen Sie mehr unter:
"Wann sich Ökoschweine rechnen und was bei der Umstellung zu beachten ist".
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